Artikelreferenzen

Küchenstudios „Made in Wildeshausen“

von Martin Siemer

Einkaufsverband KüchenTreff besteht seit 25 Jahren

Das von einem schmucken Bürogebäude am Stadtrand Wildeshausens die Geschicke von rund 400 selbstständigen Küchenhändlern in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Rumänien gelenkt werden, dürften die wenigsten Wildeshauser wissen. Gelegentlich verirren sich potenzielle Küchenkäufer in das Europa-Haus, um eine neue Küchen zu erwerben. Und sind dann völlig überrascht, dass man bei KüchenTreff in Wildeshausen keine Küchen kaufen kann.

Wildeshausen ist die Zentrale des gleichnamigen Einkaufsverbandes, der am 19. Februar 1995 in in Neuss am Rhein gegründet wurde. Heute, 25 Jahre später, gibt es über über 400 Standorte. Die Mitglieder verkaufen über 30 000 Küchen im Jahr. Und alleine in Deutschland sind bei ihnen über 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Nicht wenige der im Verband organisierten Unternehmen bilden auch aus.

Wechsel an der Spitze

25 Jahre stand Franz Bahlmann (65) als Geschäftsführer an der Spitze des Verbandes. Er hat den Erfolg maßgeblich geprägt. Im Jubiläumsjahr legt er die Verantwortung in jüngere Hände. Daniel Borgstedt (44) und Marko Steinmeier (48) haben mit Jahresbeginn die Geschäftsführung übernommen. Ein Übergang, der seit mehr zwei Jahren vorbereitet wurde. Bahlmann bleibt als Berater im Verband und kümmert sich um das Auslandsgeschäft. „Das gibt in alle Richtungen Sicherheit“, sagt Borgstedt. Denn die Zusammenarbeit mit den Händlern sei vor allem von Vertrauen geprägt.

Viele Veränderungen sind bereits in den vergangenen zwei Jahren angestoßen worden. Dazu gehört die Digitalisierung und der Ausbau von Onlineaktionen. „Wir stehen dabei mitten im Prozess und haben bereits begonnen, das Onlinemarketing auszubauen“, erläutert Steinmeier. Die Anfänge des Einkaufsverbandes lagen in Bahlmanns Wohnhaus. Dort hatte er ein 28 Quadratmeter großes Büro. Hersteller, Lieferanten und potenzielle Händler empfing er im Hotel Gut Altona. Nach sieben Monaten wurde ein Büro an der Heemstraße angemietet. 1999 erfolgte der Umzug an die Delmenhorster Straße, wo 170 Quadratmeter zur Verfügung standen. Seit 2005 ist das Europa-Haus an der Harpstedter Straße das Domizil von KüchenTreff. Der Verband errichtete das Gebäude gemeinsam mit einem Investor. Eine Anekdote zur Firmengeschichte erzählt Franz Bahlmann gerne. In allen Gebäuden, in denen die Verbandszentrale bislang ansässig war, war immer auch ein Zahnarzt beheimatet.

Von Wildeshausen aus erfolgt quasi eine Rundum-Betreuung der angeschlossenen Händler. Diese profitieren von einer mittlerweile etablierten Marke. Will jemand sich als Küchenhändler selbstständig machen, bietet KüchenTreff nicht nur Unterstützung bei der Standortsuche und eine Marktanalyse. Der Service reicht von der Planung der Küchenausstellung über den Markt- und Markenauftritt, die Einstellung der Mitarbeiter, Planung der Informationstechnik bis hin zur Werbeplanung und Prospekterstellung.

Die Prospekte werden unter anderem bei einer Druckerei in der Gemeinde Dötlingen gedruckt. Auch Wildeshauser Unternehmen profitieren von der Arbeit und dem Erfolg des KüchenTreff-Verbandes. So werden Anzeigen, Prospekte, Fassadengestaltungen, Messestände oder ganze Corporate Designs bei einer Wildeshauser Werbeagentur entwickelt und realisiert. Ebenfalls im Europa-Haus ist eine Steuerberatungsgesellschaft ansässig, die mittlerweile über 80 Küchenhändler von Flensburg bis Passau und Aachen bis Frankfurt an der Oder betreut.

In Wildeshausen wurde auch der Werbejingle komponiert, den die Anrufer unter anderem am Telefon hören.
Wichtig ist den Verantwortlichen des Verbandes, dass die angeschlossenen Händler ihre unternehmerische Freiheit behalten. Sie können unter ihrem eigenen Firmennamen agieren oder nutzen die KüchenTreff-Marke. Es gibt kein starres Franchisesystem und vor allem keine Franchisegebühren. „Wenn ein Händler mit uns nicht mehr zufrieden ist, dann kann er ohne Probleme innerhalb von drei Monate kündigen“, erläutert Borgstedt.
Die Zukunft von KüchenTreff beginnt also mit Veränderungen, aber keinem radikalen Umbruch. Die Erfolgsgeschichte aus Wildeshausen findet ihre Fortsetzung.

Zurück